Liebe – das Letzte und Äusserste
Viktor E. Frankl

Viktor E. Frankl, einer der bedeutendsten Psychoanalytikern aller Zeiten, beschreibt in einem Buch seine Erlebnisse als jüdischer Insasse in vier verschiedenen Konzentrationslagern. Er schildert all die Grausamkeiten, die alle erfahren mussten: Folter, Demütigung und Erniedrigung.

Entmenschlichung

Besonders eindrücklich beschreibt er die Entmenschlichung aller Insassen: alles bis auf einen Fetzen Kleidungsstoff am Körper wurde ihnen genommen. Man kann nicht mehr eingesperrt, isoliert und von seinem Mensch-Sein entblösst werden .

Liebe – der Weisheit letzter Schluss

Mitten in diese unvorstellbare Grausamkeit und Hoffnungslosigkeit hinein, formuliert er seine plötzliche Erkenntnis, was Liebe bedeutet für unser Mensch-Sein.

„Das erste Mal in meinem Leben erfahre ich die Wahrheit dessen, was so viele Denker als der Weisheit letzter Schluss aus ihrem Leben herausgestellt und was so viele Dichter besungen haben: die Wahrheit, dass Liebe irgendwie das Letzte und Höchste ist, zu dem sich menschliches Dasein aufzuschwingen vermag. Ich erfasse jetzt den Sinn des Letzten und Äusseren, was menschliches Dichten und Denken und Glauben auszusagen hat: die Erlösung durch die Liebe und in der Liebe.“

Viktor E. Frankl, Trotzdem Ja zum Leben sagen, 2019, S. 63

Er überlebt den Holocaust in Ausschwitz im Gegensatz zu seiner Frau, seinen Eltern, seinem Bruder und vielen Freunden.
Wir sind gerade nur ein bisschen eingesperrt, ein bisschen hoffnungslos, ein bisschen in Gefahr im Vergleich zu Frankls existentiellen Erlebnissen. Und gerade deswegen dürfen uns Frankls Erkenntnisse im Konzentrationslager viel Mut geben.

Gottes Liebe

Wir sind mit Jesus auf dem Weg nach Jerusalem. Auf dem Weg in die Karwoche, voll Leiden, aber auch voll Liebe, die uns Gott im Weg seines Sohnes Jesus schenkt. Wenn wir in dieser Liebe bleiben, dann bleiben wir lebendig, unabhängig von allen äusserlichen Missständen und Hoffnungslosigkeiten.

„Wir haben erkannt, dass Gott uns liebt, und wir vertrauen fest auf diese Liebe. Gott ist Liebe, und wer in dieser Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm.“

1. Johannesbrief 4, 16

(Foto: Johannes Frank)