Leere
Leere in mir
Alles scheint so ungewiss
Wie geht es weiter nach dem 19. April?
Wann geht es wieder weiter wie vorher?
Kommt das vorher überhaupt wieder?

So viele Menschen sterben … und doch kenne ich bisher noch niemand .
Der Virus ist immer noch so weit weg. Oder doch nicht?
Bin ich gefährdet? Sind meine Liebsten gefährdet?

Vielleicht war ich schon krank
und muss mir keine Sorgen mehr machen? Oder doch?

Leere in mir, die ich aushalten muss.

Nur zuschauen, nur die Regeln einhalten, sich verlassen auf die Verantwortlichen, mehr kann ich nicht tun.
Aber wie viel können sie tun? Können sie uns alle beschützen?
Aushalten und Einhalten: ungewohnt, normalerweise kann ich etwas tun, mein Leben gestalten, eingreifen, der HERR über mein Leben sein.
Aber jetzt …. bin ich machtlos.

Leere in mir, die mich neu lernen lässt, wie leben geht.

Jetzt wird konkret, was ich schon so oft gehört, gelesen, gesungen und ausgesprochen habe:
„Von guten Mächten wunderbar geborgen, erwarten wir getrost, was kommen mag.“ oder:
„Du kannst nicht tiefer fallen als nur in Gottes Hand“ und:
„Dein Wille geschehe“

Wenn ich mich darauf einlassen kann, verändert es meine Leere.
Leere, die mit Deiner Gegenwart gefüllt wird.
Leere, die durch Menschen gefüllt wird, die einfach da sind, ob nah oder fern.
Leere, die sich nicht mehr leer anfühlt, weil ich mehr denn je spüre, auf was es ankommt: auf liebende Beziehungen, und wenn es nur am Telefon ist.

Ein Leben in Fülle, trotz Leere. Oder gerade deswegen?
Viele Fragen, wenig Antworten, auch das ist das Leben in Fülle.

Johannes Frank (Foto pixabay)

Wir wünschen Ihnen einen empfindsamen, erfüllenden und stärkenden Einstieg in die Karwoche.