Maria von Magdala kam zu den Jüngern und verkündete ihnen:

Ich habe den Herrn gesehen.

Und sie berichtete, was er ihr gesagt hatte.

Johannesevangelium 20,18

 

Ostermorgen

Jeden Morgen

machen wir uns auf den Weg

zum Grab unserer Hoffnung.

In das Linnen

der Enttäuschung gewickelt,

von den Felsen

der Unwiderruflichkeit umschlossen,

von den Wächtern

unserer Versäumnisse bewacht,

wartet sie dennoch auf uns.

 

In Gestalt einer Blüte,

im Tonfall eines Gesprächs,

in den Buchstaben einer Schrift,

in der Wärme einer grüssenden Hand.

 

Der uns darin ruft,

den rufen wir an:

Rabbuni. Das heisst Meister.

Über dem leeren Grab

wölbt sich ein strahlender Himmel.

Ostern. Heute. Morgen.

Und jeden Tag.

Margarete Kubelka, in: Razum, Nach Golgotha, Basel 1997

 

Wir wünschen Ihnen trotz Einschränkungen ein frohes und hoffnungsvolles Osterfest.