«St. Anna selbdritt»: Die Hl. Anna mit ihrem Grosskind Jesus auf dem Arm und der schützenden Hand über ihrer Tochter Maria, der sehr jungen Mutter Jesu (Altarbild in der St. Anna-Kapelle Ebikon)

 

Im Heiligenkalender unserer Kirche erwartet uns morgen Montag, 26. Juli, der Gedenktag der Heiligen Joachim und Anna. Nach der Überlieferung waren sie die Eltern Marias. Auf dem Altarbild der St. Anna-Kapelle in Ebikon (nahe der Ladengasse) fehlt aber der Hl. Joachim, dafür sind Maria und das Jesuskind dabei. Das Bildmotiv dieser Generationen-Dreiergruppe ist seit dem Mittelalter bekannt unter dem speziellen Namen «Sankt Anna selbdritt» (d. h. zu dritt).

In den Evangelien kommen Anna und Joachim nicht vor. Aber in ausserbiblischen Überlieferungen sind die Namen schon im 3. Jahrhundert bekannt und finden im Mittelalter Eingang in den Heiligenkalender der katholischen Kirche.

Papst Franziskus – er wird im Dezember 85 Jahre alt – macht 2021 aus dem Gedenktag der Heiligen Joachim und Anna erstmals den katholischen «Welttag der Grosseltern und älteren Menschen». Dieser Welttag soll jeweils am vierten Sonntag im Juli begangen werden. Die schwierige Situation der Grosseltern und älteren Menschen in der Corona-Pandemie war ein Grund, warum der Papst diesen Welttag ins Leben gerufen hat. Vor allem aber soll damit die generationenverbindende Rolle der Grosseltern in der Weitergabe des Glaubens gewürdigt werden. Das alte Andachtsbild mit der Hl. Anna als Grossmutter, Maria als Mutter und Jesus als Kind erlebt damit ein «aggiornamento» – eine Aktualisierung in unsere Zeit hinein.

Beat Jung (Foto: Marcel Bucher)