(Foto: Felix Bütler-Staubli)

Wir leben im Moment nicht in einer rosigen Zeit. In der Finanzindustrie kracht’s. In der Wirtschaft kriselt’s. Zwischen Ost und West werden die Gräben tiefer. In Syrien, Afghanistan, in verschiedenen afrikanischen Ländern sprechen die Waffen. Vielerorts auf der Welt, ob zu Lande oder auf dem Meer, sterben Kinder und Erwachsene an Hunger oder ertrinken auf offener See. Menschen suchen Arbeit und Einkommen, um sich eine bessere Lebenssituation zu schaffen. Die Lage ist angespannt. Die Angst rüttelt auf, auch mich.

Ich sitze vor dem Computer, mich beschäftigt das Wort Angst. Da stosse ich unvermittelt auf das Wort Hoffnung. Ich gehe dem Wort nach und finde in Wikipedia eine fast unglaubliche Erklärung: (vergl. mittelniederdt.: hopen, «hüpfen, springen», vor Erwartung unruhig springen), ist eine innerliche Ausrichtung, gepaart mit einer positiven Erwartungshaltung, dass etwas Wünschenswertes eintreten wird, ohne dass darüber wirklich Gewissheit besteht.

Ein paar Minuten später wechsle ich den Raum, klicke mich im zweiten deutschen Fernsehen ein und höre folgende Worte einer Predigt: «Angst ist kein guter Ratgeber, wenden wir uns der Hoffnung zu. Hoffnungsträger müssen wir sein. Viel zu wenig gibt es davon.»

Hopen, hüpfen, springen – Hoffnungsträger sein: Das könnte eine Vision sein. Und ehrlich, es gibt sie, die Hoffnungsträger: Richner, Lüthi, Mutter Theresa, Menschen in Politik, in Hilfsorganisationen, in der Wirtschaft. Sie haben etwas bewegt. Angst mag dabei gewesen sein, Hoffnung hat sie angetrieben.

Hopen, hüpfen, springen: Ist es nicht auch die Botschaft des Kindes, dessen Geburt wir in Bälde feiern und das den Beinamen „Erlöser“ trägt?

Ich freue mich, wenn alle ein bisschen Hoffnungsträger sind und Hoffnung leben. Was kann ich mehr wünschen als viele, viele Hoffnungsträger*innen?!

Hans Egli