Was für ein Schock vor drei Jahren – die Bruchmatt in Luzern wird abgerissen – die Schwesterngemeinschaft wird anderswohin gehen. Ich habe viel Zeit dort verbracht und verbinde einige Erinnerungen mit dem Ort: meine Tochter hat dort ihre erste Kommunion erhalten, ich habe mehrere Seminare dort besucht, sogar mal meinen Geburtstag gefeiert. Und vor allem die Kapelle stellte ein Stück Heimat für mich dar: noch schnell vor dem nach Hause gehen einen Moment eine Auszeit mit und vor Gott nehmen. Für viele Menschen waren die jährlichen Garten-Tage ein fixer Termin und das regelmässig angebotene Heilsingen existentiell.

Aber alles ist vergänglich – die Schwesterngemeinschaft, das Haus, die Kapelle. Was bleibt sind die Erinnerungen. Sie liegen nicht in Trümmern, sie sind wach, fühlen sich gut an und können mir sogar Mut und Kraft geben, auch wenn immer noch etwas Wehmut mitschwingt.

Manchmal kann auch eine Beziehung in Trümmern liegen, weil zu viel im Miteinander zu Bruch gegangen ist. Heilung bedeutet dabei nicht, die Trümmer wieder zusammen zu setzen. Heilung wächst im Besinnen auf die guten Momente, die man miteinander hatte. Im Loslassen. Und schliesslich im Einlassen auf das Kommende, vielleicht auch wieder im Miteinander. Mal schauen, was das neue Haus an der Stelle bringen wird …

Johannes Frank (Foto: Johannes Frank)