Morgen Donnerstag feiern wir das Fest «Christi Himmelfahrt». Der Evangelist Lukas berichtet vom auferstandenen Jesus: «Und es geschah, während er sie segnete, verliess er sie und wurde zum Himmel emporgehoben.» (Lk 24,51)

«Vor Corona» fanden an den Tagen vor «Himmelfahrt» vielerorts am frühen Morgen Bitt- und Flurprozessionen statt. Und am Festtag selber grosse Auffahrtsumritte zu Pferd. In Beromünster (Bild) ist die Tradition seit dem 16. Jahrhundert belegt. Im Seetaler Bauerndorf Urswil, wo ich aufgewachsen bin, fand die Flurprozession am Auffahrts-Nachmittag statt. 1980 war mein Vater wie gewohnt bei der Prozession dabei. Plötzlich machte er – so wurde mir erzählt (ich war Vikar in Bern) – ein paar Schritte zur Seite und fiel ins Gras. Mit dem Rosenkranz in der Hand ist er dort gestorben, im Alter von 73 Jahren. Unser kleiner Bauernhof war bereits aufgelöst und die Kühe verkauft. Mein Vater hatte immer um eine gute Sterbestunde gebetet.

Für Verstorbene wird in der Dorfkapelle jeweils ein Rosenkranz gebetet. Es hat mich tief berührt und durchgeschüttelt, als der Vorbeter sagte: Wir fahren da weiter, wo der «Wisu (Alois) z’Himmel gfahre ist» und beten den glorreichen Rosenkranz: «Jesus, der von den Toten auferstanden … der in den Himmel aufgefahren ist.»

Beat Jung (Foto: auffahrtsumritt.ch)