Autolenkerinnen und -lenker fahren bei schlechter Sicht – in der Nacht oder bei Nebel – schneller als bei guter. Sie haben richtig gelesen: sie fahren bei schlechter Sicht schneller, nicht bei guter.

Wissenschaftlich untersucht wurden 1,2 Millionen Fahrzeugbewegungen in der Stadt Zürich – an verschiedenen, aber gleichbleibenden Stellen und versteckt. Die Autofahrerinnen und -fahrer glaubten sich unbeobachtet.

Das Resultat der Untersuchung war eindeutig: je dunkler es war, desto schneller fuhren die Autos.

Definitive Erklärungen hat die Wissenschaft nicht. Bei schlechter Sicht gibt es weniger Kontraste. Die Menschen in den Autos meinen vielleicht, sie seien langsamer unterwegs. Oder sie glauben, bei Dunkelheit nicht ertappt zu werden.

Ich kann mir einen weiteren Grund vorstellen: Die Dunkelheit hat für uns Menschen etwas Negatives. Unbewusst wollen wir sie möglichst rasch hinter uns lassen. Wir wollen Klarheit.

Das würde ich positiv sehen: Das Dunkle, Ungute in unserem Leben möglichst rasch zurücklassen, damit wir wieder im Licht sind.

Achten Sie beim Autofahren in der Nacht auf Ihren Tacho!

Andres Lienhard (Foto: pixabay.com)