Manchmal gelingt es nicht beim ersten Mal, Dinge zu erfassen. Diesen Sommer habe ich in der Alphornwoche erfahren, dass es bei jedem Alphorn einen Ort gibt, den die Instrumentenbauer die Seele nennen. Nein, es ist nicht der wuchtige, meist kunstvoll bemalte Klangbecher am Ende des Alphorns – es ist die Engstelle im Mundstück. Der Ton wird durch die Lippen-Vibration erzeugt, durchströmt die sogenannte Seele und gelangt in das immer grösser werdende Klangrohr. Die Engstelle, ein Loch im Holz, wo alles rund herum stimmen muss, damit auch die „Alphorn-Seele“ wohltuend zum Klingen kommt.

Musik kann unsere Seele berühren. Auch wenn wir staunen, wie ein kleines Kind in der Natur – wir vergessen Raum und Zeit und sind einfach einen Moment im Hier und Jetzt – gerade jetzt in der herbstlichen Ernte-Zeit, gibt es viele Möglichkeiten auch mit der Seele die Umwelt wahrzunehmen oder sich an die vergangene Sommerferienzeit zu erinnern, wo wir hoffentlich auch unsere „Seele baumeln lassen“ konnten!

Text und Foto: Felix Bütler-Staubli