Ich möchte den Faden meines letzten Mutwortes noch etwas weiterspinnen und meine verschiedenen Arbeitsgebiete weiter verknüpfen. Ich bin nämlich am Sonntagmorgen vor dem Firmgottesdienst seltsamerweise vor dem Wecker aufgewacht und habe die gewonnene Zeit für einen Spaziergang entlang des Rotsees genutzt. Dort ist dieses Bild entstanden, das ich letztens bereits auf einem Liedblatt verwendet habe.

Das Liedblatt war für eine Andacht auf einer Abteilung im Zentrum Höchweid, die coronabedingt gerade gesamthaft unter Quarantäne stand. Für diese Andacht habe ich das Gebet unten verwendet, das ich letzten Winter für eine ähnliche Andacht auf einer anderen Abteilung geschrieben hatte, in der auch einiger Bewohner*innen gedacht wurde, die innerhalb weniger Tage an Corona verstorben waren.

Spätestens wenn man das Gebet ausserhalb des Heims zur Hand nimmt, wird es aus meiner Sicht teils auch zum Fürbittgebet. Ich hoffe zwar, dass bis zum Zeitpunkt, an dem dieses Mut-Wort erscheint, das ganze Heim wieder Corona-frei ist. Aber ich glaube trotzdem, dass Heimbewohner*innen weltweit unsere Fürbitte guttun könnte. Wenn Sie also einmal einen Moment Zeit dazu haben:

Barmhärzigä Gott. Du kennsch üsi töifstä Sorgä und Ängst, abr ou üsi Fröid und Hoffnig. Sta üs bi und gib üs Chraft für die schwirigi Zit. Häb Sorg zu aunä, wo i Alters- und Pflegheim wonä oder schaffe. Tuä diä mit dirä Liäbi umarmä, wo bereits verstorbä si und nimm ou üs mit offenä Armä uf, we mir eines Tages uf däm Wäg folgä, wo si üs vorusgangä si. Amen.*

Christa Grünenfelder (Bild und Text)

 

* Übersetzung auf Hochdeutsch:
Barmherziger Gott. Du kennst unsere tiefsten Sorgen und Ängste, aber auch unsere Freude und Hoffnung. Steh uns bei und gib uns Kraft für diese schwierige Zeit. Trag Sorge zu allen, die in Alters- und Pflegheimen wohnen und arbeiten. Umarme diejenigen mit deiner Liebe, die bereits verstorben sind und nimm auch uns mit offenen Armen auf, wenn wir eines Tages auf diesem Weg folgen, auf welchem sie uns vorangegangen sind. Amen.)