Ich sehe es als grossen Glücksfall, in der Schweiz geboren zu sein. Schweizerin zu sein, macht mich ein bisschen stolz und vor allem sehr dankbar. Heute danke ich ganz besonders all jenen, die dafür gekämpft und allen Männern, die vor 50 Jahren dafür gestimmt haben, dass wir Frauen das Stimm- und Wahlrecht bekommen – auch wenn es bei Gott lange genug gedauert hat.

Im Hinblick auf Gendergerechtigkeit gibt es nach wie vor viel zu tun, in der Schweiz, weltweit und ja, in der römisch-katholischen Kirche. Aber ich denke, an einem Tag wie heute dürfen wir auch feiern, dass Vieles gut läuft in unserem Land. Für diejenigen, die dabei der Nationalhymne an diesem speziellen 1. August mal einen femininen Touch geben möchten, habe ich hier einen Textvorschlag erarbeitet:

Trittst im Morgenrot daher,
Seh’ ich dich im Strahlenmeer,
Dich, du Hocherhabene, Herrliche!
Wenn der Alpenfirn sich rötet,
Betet, freie Schweizer*innen, betet!
Eure fromme Seele ahnt
Eure fromme Seele ahnt
Gott im hehren Heimatland,
Gott, mein Gott, im hehren Heimatland.

Kommst im Abendglühn daher,
Find’ ich dich im Sternenheer,
Dich, du Menschenfreundliche, Liebende!
In des Himmels lichten Räumen
Kann ich froh und selig träumen!
Denn die fromme Seele ahnt
Denn die fromme Seele ahnt
Gott im hehren Heimatland,
Gott, mein Gott, im hehren Heimatland.

Ziehst im Nebelflor daher,
Such’ ich dich im Wolkenmeer,
Dich, du Unergründliche, Ewige!
Aus dem grauen Luftgebilde
Tritt die Sonne klar und milde,
Und die fromme Seele ahnt
Und die fromme Seele ahnt
Gott im hehren Heimatland,
Gott, mein Gott, im hehren Heimatland.

Fährst im wilden Sturm daher,
Bist du selbst uns Hort und Wehr,
Du, allmächtig Waltende, Rettende!
In Gewitternacht und Grauen
Lasst uns kindlich ihr vertrauen!
Ja, die fromme Seele ahnt,
Ja, die fromme Seele ahnt,
Gott im hehren Heimatland,
Gott, mein Gott, im hehren Heimatland.

 

Text und Foto: Christa Grünenfelder