Lucky ist der «Therapiehund» in unserer Pfarrei. Sein Name heisst übersetzt «glücklich» – und glücklich ist dieser kleine Hund allemal. Und was vor allem schön ist: Lucky macht auch die Menschen glücklich. Wenn man ins Pfarreisekretariat von Root kommt, wird man nicht selten voll Begeisterung und einem kräftigen Wedeln empfangen. Und wenn wir mal eine schwierige Sitzung hatten, dann gibt es nichts Besseres, als das weiche Fell dieses herzigen Hunds zu streicheln.

Lucky hat eine einfache Sprache: er bellt, wenn er Freude hat, er rollt sich auf dem Boden, wenn er Zuneigung sucht, und er knurrt, wenn er sich etwas vernachlässigt fühlt und gestreichelt werden will. Kürzlich war Daniela bei uns auf Besuch. Als Lucky vor ihr knurrte, erklärten wir, dass dies nicht ein Ausdruck von Angst oder Bedrohung war, sondern er damit sagen wollte, dass er gestreichelt werden möchte. Da bückte sich Daniela, streichelte Lucky und meinte: «Vielleicht sollten wir auch Menschen, die knurren, mehr streicheln.»

Dieser Satz geht mir nach. Oft gehen wir knurrenden Menschen aus dem Weg oder geben ihnen auf die gleiche Art zurück. Wir empfinden sie als feindselig und abweisend. Aber was ist, wenn das Knurren nur ein Ausdruck dafür ist, dass sie sich vernachlässigt und ungeliebt erfahren? Der Advent lädt uns vielleicht nicht nur ein, Kerzen anzuzünden, Lieder zu singen und Guetsli zu backen, sondern da und dort etwas Gutes zu tun. Das könnte heissen, einem knurrenden Menschen ein paar Streicheleinheiten zu geben. Und hoffentlich sagen danach beide Seiten: Glück gehabt!

Lukas Briellmann
(Foto: Lucky, Lukas Briellmann)