In den Wochenend-Gottesdiensten vom 30./31. Januar feiern wir «Mariä Lichtmess« (2. Februar). Jedes Jahr feiert die katholische Kirche am 2. Februar, also genau 40 Tage nach Weihnachten, das Fest der «Darstellung des Herrn», welches volkstümlich auch «Maria Lichtmess» (früher Mariä Reinigung, Purificatio Mariae) genannt wird. Traditionell beschloss dieses Fest den weihnachtlichen Festkreis. Die Kerzen werden gesegnet für das ganze Jahr. So werden die Kerzen doppelt zu Lichtbringern. Zum einen durch die stärkenden Worte des Segens und zum andern durch das Licht, welches sie in die Dunkelheit bringen.

«Es ist besser eine Kerze anzuzünden,
als über die Dunkelheit zu klagen».

Konfuzius, chinesischer Philosoph

 

Kerzen sind etwas Besonderes für mich. Auch wenn es nur eine Rechaudkerze ist, vermag sie einen dunklen Raum mit Licht zu erfüllen. Es wird sofort heller und gemütlicher. Die Kerze schafft Atmosphäre. Dieses Licht bedarf aber auch Schutz vor Zugluft, damit es nicht sofort wieder auslöscht.
Zum Leben brauchen wir alle Licht. Pflanzen, Menschen oder Tiere benötigen es zum Wachsen und Gedeihen. Lichtblicke sind für mich ein hoffnungsvolles aufatmen in einer strengen Phase, wenn ich endlich das Ende des Tunnels erblicke oder wenn es mir warm wird ums Herz.
Ein wohlwollender Blick, ein liebes Wort, ein Lob oder eine kleine Anerkennung können ebenfalls Licht in unseren Alltag bringen. Überraschen wir unsere Mitmenschen in den nächsten Tagen damit und wir werden von deren Reaktion selber damit beschenkt.
Auch die Natur zeigt uns immer wieder auf’s Neue, dass nach den dunklen, kalten Tagen das Licht wächst und immer mehr wird. An Lichtmess ist es bereits eine Stunde länger hell als an Weihnachten!

Nicole Sigrist (Foto: Nicole Sigrist)