Nein, das ist kein Dessert und auch keine neue Schoggi. Auch habe ich mich bei diesem Titel nicht von der Form dieses Berges inspirieren lassen, der einen stilisierten Rock darstellen könnte.

Es geht darum: Kürzlich durfte ich ein paar Tage in Zermatt verbringen und zum ersten Mal in meinem Leben das Matterhorn sehen. Ein wunderbarer, magischer Berg. Es erstaunt deshalb nicht, dass Mann da unbedingt hinaufwollte. Aber auch die Frauen standen diesem Vorhaben in keiner Weise nach. Vor 150 Jahren, nicht lange nach der unglückseligen Erstbesteigung der Männer, kletterte die erste Frau, die Britin Lucy Walker, auf diesen grossartigen Gipfel. Natürlich war die Ausrüstung zu jener Zeit in keinster Weise mit der heutigen zu vergleichen. Aber erschreckt hat mich vor allem, dass diese wagemutigen Frauen den ausgesetzten Grat in weiten Röcken bestiegen, in Röcken! Da geht es links und rechts 1000 Meter in die Tiefe, der Wind weht und zerrt an den Kleidern, und vor lauter Rock sieht man beim Abstieg nicht mehr, wo die Füsse hintreten. Eine schauerliche Vorstellung. So bewundernswert diese Frauen von damals waren, so stellt sich mir trotzdem die Frage, wie die Kleidermode so bestimmend sein konnte, dass sie die grundlegendsten Aspekte der Sicherheit des Menschen ausser Acht liess. Eine Frau in Hosen muss in jener Zeit so unvorstellbar gewesen sein, dass es selbst in Angesicht der Todesgefahr eines Matterhorngrats keine Frage war, den Rock mit einer Hose auszutauschen.

Ich frage mich bange, welche alten Vorschriften und Vorstellungen uns heute noch bestimmen, ohne dass wir es merken geschweige denn ändern würden – obwohl es ja eigentlich so klar wäre, was zu tun wäre. Dass in der katholischen Kirche Verheiratete und Frauen Priester*innen sein dürften, gehört sicherlich in dieser Kategorie. Lukas Briellmann

Text und Foto: Lukas Briellmann