Steige himmelwärts, wenn du den Boden unter deinen Füssen verlierst

Vor kurzem verspürte ich das grosse Bedürfnis, wieder einmal in die Höhe zu gehen. Sozusagen die Welt von oben zu betrachten. Ich bin mit der Luftseilbahn hinaufgefahren, auf rund 1000 Meter. Schon beim Aussteigen aus der Gondel fällt auf: es riecht so ganz anders als unten im Tal, frisch und wohltuend. Der sonnige Tag, die Aus- und Weitsicht lassen mich durchatmen. Das Sein in der alten Wallfahrtskirche schenkt mir innere Ruhe. An den Wänden der Kirche hängen unzählige Votivtafeln, auch aus jüngerer Zeit. Verschiedenste Menschen haben sie aus Dankbarkeit anbringen lassen, weil sie Hilfe, Kraft und neue Hoffnung erfahren durften. Die Tafeln erzählen von Lebensgeschichten, Schicksalen, Nöten, Freuden. Und ich fühle mich hineingenommen ins Ganze, ins Göttliche, getragen und beschützt. Als ich im Restaurant nebenan zudem bedient wurde, als wäre ich die Königin von Saba, erfüllte mich tiefe Dankbarkeit: wunderbar, dass es solche Kraftorte gibt, die ich aufsuchen kann. Ich wünsche Ihnen für die kommenden Sommerwochen solch bereichernde Stunden und glückliche Begegnungen.

Pia Pfister (Foto: pixabay.com)