Eine Szene an einem Wochenende: Ein junger Bub fällt beim Fussballmatch hin und tut sich weh. Es sieht nicht schlimm aus, aber der Junge weint. Ein Papi schreit aufs Spielfeld: «Stell Dich nicht so an, steh endlich auf und mach weiter». Der Junge verdrückt sich die Tränen, schluckt irgendwie den Schmerz hinunter und spielt weiter. Der Schmerz lässt nicht nach, aber nochmal möchte der Junge den Stich nicht spüren: «Stell Dich nicht so an!» Nochmal als Weichei dastehen? Auf keinen Fall … obwohl das Sprunggelenk sogar angebrochen ist.

Was nimmt der Junge mit? Wenn er zeigt, dass es ihm nicht gut geht, werden ihn die Anderen als schwach ansehen. Das will er aber nicht. In Zukunft wird er es sich verkneifen und auch als Erwachsener lieber mit Schmerzen weitermachen, krank, vielleicht mit Fieber ins Geschäft gehen und ganz sicher nicht von seiner Depression erzählen. Es wird sich tief in sein Bewusstsein brennen – krank oder verletzt sein bedeutet Schwäche. Ist Ihnen so etwas auch schon widerfahren?

Krank sein ist aber keine Schwäche, sondern gehört zu unserem Mensch-Sein. Es macht uns sogar stark. Darauf möchte der heutige Sonntag besonders aufmerksam machen mit dem «Tag der Kranken». In manchen Kulturen werden kranke Menschen sogar verehrt. Jesus hat sich besonders um die Kranken gekümmert.

Lassen Sie uns ausrufen:

«Stell Du Dich nicht so an und hilf mir»

Johannes Frank (Foto: canva pro)