Das Take-Away boomt. Wenn alle Restaurants geschlossen sind, dann ist dies noch die einzige Gelegenheit, mal nicht kochen zu müssen und sich etwas von auswärts kommen zu lassen. Und für viele Arbeiter*innen ist dies die einzige Möglichkeit, über Mittag zu einer warmen Mahlzeit zu kommen. Mittlerweile gibt es nicht nur Pizza und Kebab im Angebot, sondern auch ganze Menus, auch solche für gehobene Ansprüche. Kürzlich konnte ich sogar ein Rindsfilet an Pfeffersauce bestellen – für eine besondere Gelegenheit wohlgemerkt. Natürlich ersetzt dies den traditionellen Restaurantbesuch nicht, und es wird uns wohl wie eine Erlösung vorkommen, wenn diese wieder öffnen dürfen.

Bei näherer Betrachtung erscheint mir der Take-Away Gedanke als etwas Urmenschliches. Aus den Ferien bringen wir gerne ein Mitbringsel mit, das uns an die schöne Zeit erinnert, und jede Firma, die etwas auf sich hält, wird ihren Kunden solche gratis Take-Aways mitgeben, die die Kundenbindung stärken. Selbst in der Kirche gehört es zu unserem christlichen Auftrag, etwas von der Frohen Botschaft mitzugeben und die Menschen zu stärken, sozusagen ein spirituelles Take-Away. Wenn Gottesdienstbesucher*innen nach der Feier sagen: «Danke für die Worte; da kann ich etwas mitnehmen», dann gibt es wohl kein besseres Kompliment. Natürlich kann man auch schlechte Dinge mitnehmen, aber im Grunde sollte es in jeder Begegnung unser Ziel sein, dass unser Gegenüber etwas mitnehmen kann, das guttut – nährend eben. E Guete!

Lukas Briellmann (Foto: Lukas Briellmann)