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Heute Abend ist es wieder soweit: Verkleidete Kinder ziehen von Tür zu Tür, rufen «Süsses oder Saures» und verlangen nach Süssigkeiten. Vielerorts zieren beleuchtete Kürbisse mit lustigen oder schaurigen Fratzen die Häuser – es ist Halloween. Der düstere Volksbrauch, der ursprünglich durch katholische Iren nach Nordamerika gebracht und dort verbreitet wurde, hat mittlerweile auch bei uns Einzug gehalten. Im Gegensatz dazu geht es in Mexiko fröhlicher zu und her. Am «Dia de Muertos» (Tag der Toten) wird in einem grossen Volksfest der Verstorbenen gedacht – farbenfroh und fröhlich.

Auch wenn in unserer modernen Welt der Tod gerne totgeschwiegen wird, ist er doch Teil unseres Lebens. Einmal im Jahr am 1. beziehungsweise 2. November gedenken wir aller Heiligen und Verstorbenen. Obwohl uns mit den christlichen Feiertagen und Volksbräuchen die Vergänglichkeit vor Augen geführt wird, erwachen unsere Lieben in unserer Erinnerung wieder zum Leben und der Tod hat etwas weniger Endliches. Solche Feiertage lehren uns zudem, unser eigenes Leben in vollen Zügen zu geniessen und das Beste daraus zu machen. Ganz nach dem Spruch des römischen Dichters Horaz: «Carpe diem» – nutze den Tag und lebe ihn bewusst.

Dunja Kohler-Pfister