Letzte Woche traf ich Marco im Fitness. Er sagte mir, dass er in ein paar Tagen nach Mexico zum Tauchen fahren würde. Mexico, ein Land mit alter Geschichte und traumhaften Stränden; und eben auch ein Taucherparadies. Unter Wasser bist Du auch sicher vor dem Coronavirus, dachte ich mir.

Besonders auf den Winter hin wirbt die Reisebranche jedes Jahr mit Bildern von Sonne, Meer und Strand. Nur weg aus den kalten und dunklen Tagen und hinein ins Licht und in die Wärme. In diesem Jahr kommt zu dieser Sehnsucht vielleicht auch noch der Wunsch, diesem schwierigen Corona-Alltag zu entfliehen und weit weit wegzureisen. Mag sein, dass eine Mexicoreise dabei hilft.

Wir feiern an diesem Wochenende den ersten Advent. Advent kommt aus dem Lateinischen und heisst «ankommen». Ankommen und weggehen – das sind zwei ganz gegenteilige Bewegungen. Ich verstehe den Wunsch, den Schwierigkeiten zu entfliehen und «unterzutauchen» sehr gut. Wir alle begegnen dieser Sehnsucht da und dort in unserem Leben, und manchmal kann eine solche Auszeit auch Wunder wirken. Aber der Alltag spielt sich hier ab, und es ist den wenigsten Menschen möglich, dem zu entkommen. Es hat etwas Tröstliches, dass der Advent uns sagt, dass wir nicht weggehen müssen, um Sinn und Erfüllung zu finden. Gottes heilendes Wirken kommt zu mir, aber es kann nur ankommen, wenn wir uns dem Hier und Jetzt stellen. Das braucht vielleicht da und dort ein wenig Vorbereitung, aber dafür ist der Advent ja da.

Lukas Briellmann
(Foto: Land der Sehnsüchte – Pazifikküste in Costa Rica, Lukas Briellmann)