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Leitartikel September

Was uns trägt

Der September ist ein Monat des Übergangs. Die Sommerferien liegen hinter uns, die Tage werden langsam kürzer, und vielerorts beginnt ein neuer Abschnitt. Schulen, Vereine und Pfarreigruppen nehmen ihre Aktivitäten wieder auf, und nach den oft freien Wochen des Sommers kehrt der Alltag zurück.

 

Gerade solche Übergänge laden dazu ein, einen Moment innezuhalten. Denn wenn sich vieles wieder in Bewegung setzt, wird oft sichtbar, was uns wirklich wichtig ist. Was gibt mir Halt? Woraus schöpfe ich Kraft? Was trägt mich durch die hellen und auch durch die anspruchsvollen Zeiten meines Lebens?

 

Den Blick neu ausrichten
Oft sind es nicht die grossen Dinge, die uns tragen. Es sind Beziehungen, die uns Halt geben. Menschen, die uns zuhören und uns verstehen. Orte, an denen wir zur Ruhe kommen. Erinnerungen, die uns prägen. Und die Erfahrung, dass wir nicht alles allein tragen müssen.

Im hektischen Alltag verlieren wir diesen Blick leicht. Wir konzentrieren uns auf das, was noch erledigt werden muss, auf das, was fehlt oder nicht gelingt. Doch gerade der September lädt uns ein, bewusst wahrzunehmen, was bereits da ist: die Menschen an unserer Seite, die Fähigkeiten, die uns geschenkt wurden, und die kleinen Zeichen der Hoffnung, die unseren Alltag durchziehen.

Vielleicht ist dies eine Form von Ernte, die nicht auf den Feldern wächst. Die Früchte unseres Lebens zeigen sich in gemeinsam überstandenen Schwierigkeiten, in Momenten der Freude, in erfahrenem Trost und in der Gewissheit, getragen zu sein. Vieles davon ist nicht selbstverständlich. Oft erkennen wir erst im Rückblick, wie reich unser Leben beschenkt ist.

Getragen durchs Leben
Auch der Glaube erinnert uns daran, dass wir unser Leben nicht aus eigener Kraft allein bewältigen müssen. In den Höhen und Tiefen unseres Alltags dürfen wir darauf vertrauen, dass Gott mit uns unterwegs ist. Seine Gegenwart zeigt sich oft unscheinbar in einer Begegnung, in einem ermutigenden Wort, in der Erfahrung von Gemeinschaft oder in einem Augenblick des inneren Friedens.

Möge dieser September für uns eine Einladung sein, den Blick auf das zu richten, was uns trägt. Denn wer wahrnimmt, was bereits da ist, entdeckt oft neu, wie reich das eigene Leben ist.

Franziska Besmer,
Katechetin, Familienarbeit,
Ministranten-Präses Root

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