Auf dieser Seite finden Sie Pastoralraumanlässe. Gottesdienste und weitere Anlässe finden Sie auf den Websites der Pfarreien und im aktuellen Pfarreiblatt.

Gottesdienste

Aktuelle Anlässe

(Fast) alles im Leben ist relativ

(Fast) alles im Leben ist relativ

Ein verstauchter Knöchel kann sehr unangenehm sein. Aber wenn man unter chronischen Rückenschmerzen leidet, ist ein verstauchter Knöchel ein kleines Problem.
24 Stunden Zusammensein mit einem geliebten Menschen ist kurz. 24 Stunden Zusammensein mit gewaltbereiten Menschen jedoch ist eine «Ewigkeit».

(Fast) alles im Leben ist relativ.

Eindrücklich erfahrbar macht das Dietrich Bonhoeffer. Er ist evangelischer Theologe und wurde 1945 von den Nazis im Konzentrationslager Flossenbürg hingerichtet. In diesem Konzentrationslager schrieb er folgende Worte. Sie sind auch im katholischen Gesangbuch bei der Nummer KG 569,1 zu finden.

In mir ist es finster, aber bei dir ist das Licht;
ich bin einsam, aber du verlässt mich nicht;
ich bin kleinmütig, aber bei dir ist die Hilfe;
ich bin unruhig, aber bei dir ist der Friede;
in mir ist Bitterkeit, aber bei dir ist die Geduld;
ich verstehe deine Wege nicht,
aber du weisst den Weg für mich.
(Dietrich Bonhoeffer, 1906-1945)

 

Solche Worte in einer Situation wie seiner lassen die momentanen Erfahrungen anders aussehen.

(Fast) alles im Leben ist relativ.

Andres Lienhard, Pfarreiseelsorger (Foto: pixabay.com)

Macht und Liebe

Macht und Liebe

Gravur für den mächtigsten Mann der Welt – und nicht nur für ihn

Heute wird Joe Biden als neuer Präsident der USA vereidigt. Gespannt blickt die Welt nach Washington – auch mit etwas Bangen nach all den Spannungen, die sich in den letzten Monaten und Jahren aufgebaut haben. Wird es weitere Unruhen geben oder gar Gewaltakte? Kann diese Feier überhaupt in einem respektvollen Rahmen über die Bühne gehen? Wie wird die USA einen Weg zur Versöhnung finden?

Die Medien haben den politischen Kampf in den USA dankbar aufgriffen. Es gibt Themen, die wecken unsere Aufmerksamkeit und zahlen sich (für einige wenigstens) im wahrsten Sinne des Wortes aus. Vor allem Skandale regen unsere Phantasie an und füllen die Klatsch- und Kommentarspalten. Aber irgendwann kommt der Punkt, da wird dieses ewige Blossstellen und die aggressiven Worte, das Hinterfragen, Intrigieren und Schwarz-Weiss-Denken ermüdend und wir sehen nur noch die Abgründe unserer menschlichen Gesellschaft. Ich hoffe sehr, dass die USA diesen Punkt der Umkehr erreicht haben. Dabei liegt es mir fern, mit dem Finger einfach nur auf die anderen zu zeigen, denn ich weiss, dass wir alle immer wieder in Gefahr sind, in diese Sackgasse der Machtspielchen zu laufen. Dann brauchen wir einen Wendepunkt und Neuanfang. Und es braucht eine Richtschnur, an der wir unser Verhalten positiv ausrichten können, zum Beispiel die Botschaft des Paulus an die zerstrittene christliche Gemeinde in Korinth. Die Welt und unser Umgang miteinander würden ziemlich anders aussehen, wenn wir diese Worte in unsere Herzen eingravieren würden:

«Die Liebe ist langmütig, die Liebe ist gütig. Sie ereifert sich nicht, sie prahlt nicht, sie bläht sich nicht auf. Sie verletzt nicht den Anstand, sucht nicht den eigenen Vorteil, lässt sich nicht zum Zorn reizen, trägt das Böse nicht nach. Sie freut sich nicht über das Unrecht, sondern freut sich an der Wahrheit. Sie erträgt alles, glaubt alles, hofft alles, hält allem stand.»
1 Kor 13, 4-7

Lukas Briellmann (Foto: Lukas Briellmann)

Wahre Grösse

Wahre Grösse

Im Baum vor unserem Haus lebt eine Rotkehlchen-Familie. Diese Vögel sind extrem klein und leicht. Nur gerade 16 bis 20 Gramm wiegen sie. Umso mehr staune ich, wie sie die Temperaturen in diesen Wintermonaten aushalten. Teilweise sank das Thermometer in den Januar-Nächten auf bis zu minus 8 Grad. Ich würde es bei einer solchen Kälte nachts nicht lange aushalten. Aber diese leichtgewichtigen Vögel mit ihren dünnen Beinchen trotzen der Kälte unseres Winters und zeigen eine eindrückliche Ausdauer und Widerstandskraft.

In unserer Gesellschaft geht es in erste Linie um Grösse. Grösse beeindruckt, Grösse schüchtert ein, Grösse lässt die Muskeln spielen. Aber im Blick auf das Rotkehlchen wird Grösse anders definiert. Das wahrhaft Eindrückliche und Staunenswerte findet sich oft nicht in der grossen Öffentlichkeit und muss weder laut noch aufdringlich sein. Dieser unscheinbare Vogel im Baum vor meinem Haus lässt mich die Kraft entdecken, die im Kleinen liegt. Und er erinnert mich an die wunderbare Gabe Jesu, das Unbedeutende in den Mittelpunkt zu rücken und ihm Grösse zuzusprechen!

«Seht euch die Vögel des Himmels an: Sie säen nicht, sie ernten nicht und sammeln keine Vorräte in Scheunen; euer himmlischer Vater ernährt sie. Seid ihr nicht viel mehr wert als sie?»
(Mt 6,26)

Lukas Briellmann (Foto: Lukas Briellmann)

 

 

„Wie schön du bist …“

„Wie schön du bist …“

Wie schön du bist, meine Freundin, wie schön! Deine Augen sind wie Tauben.
(Hl 1,15)

Die Maskenpflicht hat in den letzten Monaten in vieler Hinsicht für Gesprächsstoff gesorgt. Die Maske an sich hat keinen guten Ruf. Die einen bezweifeln ihre Wirksamkeit, andere leiden unter verschiedensten unangenehmen Begleiterscheinungen wie Kopfschmerzen und Hautproblemen und nochmal andere fühlen sich sogar in ihren demokratischen Rechten eingeschränkt, wenn sie eine Maske tragen müssen.

Ich persönlich habe so meine liebe Mühe, mich hier im Pastoralraum einzufinden, weil ich die meisten Pfarreimitglieder entweder nur telefonisch oder auf Distanz und mit Maske kennen lerne. Das erschwert noch zusätzlich den sowieso schon schwierigen Prozess, Namen mit den dazugehörigen Menschen und Geschichten zu verknüpfen – und diese in der persönlichen Begegnung wiederzuerkennen.

Aber eins muss ich der Maske lassen: Ich habe noch nie vorher so bewusst die Augen meiner Mitmenschen wahrgenommen. Mir sind zwar noch keine Augen begegnet, die aussehen wie Tauben, so wie der Liebende die Augen seiner Geliebten im Hohelied der Liebe beschreibt. Aber ich muss zugeben, dass die meisten Augen meiner Mitmenschen schon viel früher meine Aufmerksamkeit verdient gehabt hätten, da sie wunderschön sind. Manchmal kann ich mir dann nicht verkneifen, das auch zu sagen. Aber naja, ich finde, gerade in der jetzigen Zeit können wir Komplimente doch ganz gut gebrauchen.

Christa Grünenfelder (Foto: pixabay.com)

 

Memento Mori

Memento Mori

Wer diesen lateinischen Ausdruck kennt, hat jetzt wahrscheinlich mittelalterliche Szenen mit Totenköpfen vor Augen – was auch ganz gut zu seiner Bedeutung passt: „Gedenke des Todes!“ Ich habe aber zur Illustration meines Textes keinen Totenkopf gewählt, sondern ein Bild, das mich entspannen und tief durchatmen lässt. Seit ich während meines Studiums nebenbei als Nachtwache und Pflegehilfe in einem Altersheim gearbeitet habe, ist es dieses Gefühl, das ich mit Memento mori verbinde.

Im Altersheim damals habe ich den Tod als Teil des Lebens kennen gelernt. Aber vor allem bin ich Menschen in ihrer letzten Lebensphase begegnet. In verschiedenen Gesprächen bei Tag und bei Nacht habe ich einiges davon mitbekommen, was sie beschäftigt hat, was sie zufrieden oder unzufrieden auf ihr Leben hat zurückblicken lassen. Was bei ihnen Bitterkeit ausgelöst und was sie glücklich gemacht hat.

Seither habe ich mir angewöhnt, in manchen Momenten, wenn ich ganz besonders unzufrieden bin, mir die Frage zu stellen: „Wenn ich heute sterben würde, wäre ich zufrieden mit dem, was ich aus meinem Leben gemacht habe?“ Dadurch gelingt es mir meist, für einen kurzen Moment auf Abstand zu meinem Alltagsfrust zu gehen und zu überprüfen, ob die Grundentscheidungen noch stimmen – und meistens kann ich dann mit Ja antworten. Ich habe das Gefühl, dass ich seither bewusster und intensiver lebe. Nicht jeden Tag. Aber oft genug.

Christa Grünenfelder (Foto: pixabay.com)

Drei Könige

Drei Könige

Sie gehört zu den bekanntesten der biblischen Geschichten: Die Sternkundigen aus dem Osten, aufgeschrieben vom Evangelisten Matthäus. Mit ihren wertvollen Geschenken sind sie unterwegs und suchen den neugeborenen König. Ein besonderer Stern weist ihnen den Weg.
In der Volksfrömmigkeit und der westlichen Kunst wurden aus den Magiern Heilige Drei Könige. Drei ist immer die Zahl des ganzen Menschen. Die Kunst hat die Könige als Vertreter der drei Lebensbereiche gesehen oder als Bilder für die drei Erdteile Europa, Afrika und Asien. Wer hat ihnen die Namen Caspar, Melchior und Balthasar gegeben? Wir wissen es nicht.

Welcher Stern treibt dich an? Verlierst du ihn aus den Augen, wenn die Wege beschwerlich werden? Oder ist dein Vertrauen grösser?

Trägst du Geschenke mit dir; Gold, Weihrauch, Myrrhe? Liebe, Sehnsucht und Schmerzen?

… feiern wir die Sehnsucht,
Gott im Herzen von allem zu suchen,
zu erahnen, zu ertasten,
Gott in uns Mensch werden zu lassen,
selbst ganz menschlich leben zu können.
(Pierre Stutz)

Selbst königliche Menschen zu werden durch die Begegnung mit dem kleinen Kind in der Krippe, das wünsche ich uns allen.

Pia Pfister (Foto: Guy Dugas, pixabay.com)

 

 

 

Zeit zwischen den Jahren

Zeit zwischen den Jahren

Die Nächte zwischen dem 25. Dezember und dem 6. Januar werden als Rauhnächte bezeichnet. Weihnachten, die Geburt des Lichtes haben wir gefeiert und das neue Jahr hat noch nicht ganz begonnen. So nennen wir diese Zeit auch «die Tage zwischen den Jahren». Früher haben die Menschen geräuchert, um das Böse zu vertreiben. Daher könnte auch der Name stammen.
Für uns eine Einladung, inne zu halten. Bewusst zurück und voraus zu blicken. Vor allem aber auch nachklingen zu lassen, was Weihnachten bedeutet. Denn: reichen zwei Tage, um das Geheimnis von Weihnachten zu feiern und zu verinnerlichen?

… du Kind in der Krippe
du lehrst mich suchen
machst Mut zum Aufbruch
lädst ein zum Leben
und gehst mit
Weihnachten
ein Weg fängt an
(Andrea Schwarz)

Pia Pfister (Foto: Gerd Altmann, pixabay.com)

Vergiss das Beste nicht!

Vergiss das Beste nicht!

Morgen also ist es wieder soweit – da knallen die Korken und um Mitternacht beginnt ein neues Jahr. Mit den Erfahrungen aus dem Jahr 2020 wird der Übergang ins neue Jahr vielleicht für manche etwas nachdenklicher ausfallen als in den letzten Jahren. Am liebsten würde ich eine lange Liste mit den besten Wünschen notieren und allen mitgeben in das neue Jahr. Gesundheit natürlich, Freude, ab und zu ein Lachen, Leichtigkeit auch, viel Glück und Segen und so vieles mehr.
In Sagen und Märchen gibt es ein Motiv vom armen Schäfer, der eines Tages von einem Männchen an einen geheimnisvollen Berg geführt wird. Der springt auf und öffnet sich. Innen glänzen die herrlichsten Schätze. Aber während der Schäfer sich noch die Taschen vollstopft, hört er die Worte: «Vergiss das Beste nicht!». Das Beste waren nicht die glänzenden Schätze. So höre ich es aus dieser Stimme. Und ich werde dabei angeregt, mir zu überlegen, was für mich wohl das Beste ist. Ein wunderbarer Wunsch für ein neues Jahr: «Vergiss das Beste nicht!».

Regina Osterwalder (Foto: Gerd Altmann, pixabay.com)

Pfarreiblatt Januar

Pfarreiblatt Januar

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Leitartikel: Hundert Jahre Pfarreiblatt im Rontal

«Liebe Pfarrkinder» – lautete die Begrüssung der Leserinnen und Leser des ersten St. Martins-Boten vor hundert Jahren. Dieses «Kirchliche Anzeigenblatt für die Pfarrgemeinde Root», erschien am 1.1.1921 erstmals. In Dierikon, Gisikon, Honau und Root wirkte damals Pfarrer Josef Bucher. Er setzte mit dem St. Martins-Boten den Grundstein für unser heutiges Pfarreiblatt.

«Neue Zeiten verlangen neue Wege», schrieb damals Pfarrer Bucher und rief sein Pfarreiblatt als «modernes Mittel der Seelsorge» ins Leben, um das Wort Gottes über den Kirchenraum hinaus zu verbreiten und damit «alle, alle zum göttlichen Heiland zu führen».

Pfarreiblatt heute
Die Zeiten haben sich seither erneut geändert. Grundwerte unseres Glaubens sind geblieben – aber will das heutige Pfarreiblatt noch immer «alle zum Heiland führen»? Sicher nicht. Wichtig bleibt jedoch, dass das Pfarreiblatt von einer Kirche berichtet, in der Gott nah bei uns Menschen sein und uns im Alltag berühren möchte. Im Alltag heisst: diese Begegnung kann genauso gut bei einer frühmorgendlichen Andacht in der Kirche, auf einem Waldspaziergang, beim gemeinsamen Mittagessen, während eines Bastelnachmittags, im Kleiderraum, beim Besuch der «Gassechuchi», im gemeinsamen Gesang wie auch beim Feierabendbier oder in einem Online-Angebot stattfinden. Diese Vielfalt im Pastoralraumleben zeigt das Pfarreiblatt. Es informiert über Aktivitäten und Angebote. Es regt mit spirituellen Inhalten zum Nachdenken an, es öffnet den Blick über unsere Kirchentüre hinaus, über die Pfarreigrenzen hinweg.

Pfarreiblatt morgen?
Ist das Pfarreiblatt noch zeitgemäss? Gibt es modernere Kommunikationsmittel, die wir nutzen können und teilweise bereits einsetzen? Wir sind unterwegs und suchen nach Möglichkeiten, verschiedene Kommunikationsmittel zu verwenden und zu kombinieren. Wir möchten mit verschiedenen Mitteln unterschiedliche Menschen ansprechen. Das Pfarreiblatt wird dabei weiterhin eine Rolle spielen und sich weiter entwickeln.

Änderungen im Pfarreiblatt
Mit der aktuellen Pfarreiblattausgabe führen wir folgende Änderungen ein:

  • Seitenreihenfolge: Sie finden ab sofort die Inhalte immer in gleicher Reihenfolge: Pastoralraumseiten – Gottesdienste – Pfarreiseiten – Chronik/Adressen – Agenda – Seiten der Zentralredaktion des Vereins Kantonales Pfarreiblatt Luzern.
  • Angepasste Darstellung der Gottesdienste an Wochenenden: Samstagabendgottesdienst erscheint als zugehörig zum Sonntagsgottesdienst.
  • Gendergerechte Sprache: Die Sprache unseres Pfarreiblatts richtet sich an alle Menschen. Wo es den Lesefluss nicht stört, verwenden wir ab sofort nicht nur weibliche und männliche Formen, sondern den sogenannten «Genderstern». Aus Leserinnen und Lesern werden dadurch Leser*innen.

Dankeschön
Dass das Pfarreiblatt etwas zu berichten hat, verdanken wir vielen motivierten Menschen. Freiwilligen und Mitarbeiter*innen, welche Anlässe organisieren und im Pfarreiblatt dazu einladen. Menschen, welche am Leben des Pastoralraums teilhaben und über Erlebtes berichten. Pfarreiangehörige, welche uns Mitarbeiter*innen mit neuen Ideen anregen und uns mit Rückmeldungen unterstützen.

Dass das Pfarreiblatt etwas bewirken kann, haben wir gleichzeitig Ihnen, liebe*r Leser*in verdanken. Danke für Ihr Interesse!

Marcel Bucher, Kommunikationsverantwortlicher des Pastoralraums Rontal

 

Achtsamkeit

Achtsamkeit

Noch vier Nächte schlafen und es beginnt der letzte Tag des Jahres 2020. Ein Jahr, in dem ein Virus so vieles lahmgelegt hat und Menschen in pflegenden Berufen an den Rand ihrer Kräfte gebracht hat und immer noch bringt. Ein Jahr, in dem Menschen um ihre Existenz bangen mussten und immer noch bangen. Ein Jahr, in dem auch im Bekannten- und Freundeskreis Menschen erkrankten und an Covid-19 starben. Ein Jahr, das uns noch lange in Erinnerung bleiben wird. In diesem Jahr habe ich selber erfahren, wie Kontakte – anders zwar – durch ein WhatsApp, eine Karte, ein Telefon getragen haben. Auch da Mut-Worte, die berührt, zum Lachen gebracht oder einfach gutgetan haben.
Bei diesen Erfahrungen kam mir ein Begriff in den Sinn – Achtsamkeit. Für mich ist dieser Begriff ein Mut-Wort. Nicht einfach das Leben und den Alltag so im Tempo leben, sondern geistig in der Gegenwart zu sein, so dass wir uns selbst, die Mitmenschen, Farben und Gerüche, die Natur, alles um uns herum bewusst wahrnehmen. Achtsamkeit heisst, wach bei dem sein, was ich gerade tue. Achtsamkeit – eines meiner Mut-Worte.

Regina Osterwalder (Foto: jplenio, pixabay.com)

Drei Minuten danken

Drei Minuten danken

Drei Minuten für die Dankbarkeit

Jeden Tag Zähne putzen und nicht zu knapp – dafür gab und gibt es eine Sanduhr bei den Zahnputzbürsten und Zahnpasten zu kaufen. Drei Minuten sind nicht lange, doch wenn ich am Zähne putzen bin, schein mir die Zeit ewig – aber es gibt Übung – oder Routine. Untere Reihe links hinten beginnen, über die Schaufelzähne bis ganz nach rechts hinten – auch alle «Bödeli» – und das Ganze auch mit der oberen Zahnreihe und bis das letzte Sandkorn nach unten gerieselt ist. Und dies Tag für Tag. Zähneputzen hat etwas Rituelles – es gibt eine Art eine gute Routine.

In letzter Zeit habe ich diese Zahnputz-Sanduhr mal zweckentfremdet und eine Zahnputz-Zeit lang ausgesprochen, wofür ich dankbar bin – meine Liebsten, Freundschaften, Nachbar*innen, Begegnungen, meine Sinne, meine Hobbys, Fähigkeiten, Fertigkeiten, Erlebnisse, Überraschungen, Hilfe, die ich erfahren habe, gute Nachrichten, feines Essen, wohltuende Getränke oder mal ein Mittagsschlaf, meine Arbeit, Gesundheit. Vieles, das wie selbstverständlich erscheint … Ich habe die ersten Male nicht so leicht drei Minuten lang «durchgehalten». Ab und zu bin ich auch abgerutscht – wollte klagen, schimpfen, mich an Ungutes erinnern. Wohlwollend dankbar mich erinnern bis zum letzten Sandkorn – tut gut – ist vitalitätsfördernd – fördert die Abwehrkräfte und die Gesundheit. Übrigens: mit etwas Übung geht es auch gleichzeitig – Zähneputzen und in Gedanken Danken. Freuen Sie sich am Guten und bleiben Sie gesund.

Felix Bütler-Staubli (Foto: Felix Bütler-Staubli)

Zünden Sie ein Licht an

Zünden Sie ein Licht an

Heute, am 4. Adventssonntag, wird am Adventskranz auch die vierte Kerze angezündet – ein Zeichen, dass Weihnachten nahe ist.
Das Licht aus Bethlehem brennt seit dem letzten Sonntag in den Pfarrkirchen unseres Pastoralraumes und kann mit der eigenen Laterne oder mit einer Kerze abgeholt werden.

Setzen wir uns dem Licht aus – zünden wir eine Kerze an vor dem Fenster oder auch an einem geschützten Ort drinnen – lassen wir uns ein auf dieses Licht – unser Augenlicht gewöhnt sich meist schnell an das warme Kerzenlicht und auch unser Inneres kann angerührt werden – oder Sie zünden Zuhause oder in einer Kirche eine Kerze an und verbinden damit ein Anliegen oder einen Wunsch.

Diesen Gedanken habe ich bei einem Kerzenständer entdeckt:

Gott, im Vertrauen auf dich zünde ich diese Kerze an. Ich bitte dich um dein Licht, wo es dunkel und finster ist, und um deine Wärme, wo sich Kälte ausbreitet.
Ich danke dir für die Menschen, die mir Licht schenken, und für die Freude, dass auch ich andern leuchten kann.
Wenn ich jetzt weitergehe, brennt diese Kerze hier, wie ein stilles, lichtes Gebet. Sie brennt für mich und für die Menschen und Situationen, die ich dir anvertraue. Leuchte mir auf meinem Weg und lass mich mit dir verbunden bleiben.
Amen

Wünschen wir einander Licht – Wohlwollen – Geduld – Kraft – Fantasie – und Gesundheit.

Felix Bütler-Staubli (Foto: Felix Bütler-Staubli)

Es ist ein Ross entsprungen!

Es ist ein Ross entsprungen!

Von welchem «Ross» ist da die Rede? Ist das nicht ein Tippfehler im Titel? Nein, überhaupt nicht! Es war für uns Kinder ein Vergnügen, die Erwachsenen mit diesem Missverständnis zu ärgern! Damals gehörten Pferde noch zu Bauernhöfen. Sie wurden eingespannt, mussten Gras- und Heuwagen in die Scheune bringen oder Pflug und Egge mühsam über den Acker ziehen. Und wenn wieder einmal eines «durchgebrannt» ist, wurde das zum Dorfgespräch. «Ein Ross entsprungen» war viel verständlicher als ein «Ros».

In der aktuellen Corona-Situation dürfen wir ja im Gottesdienst gar nicht mehr singen. Daher wird das Weihnachtslied «Es ist ein Ros entsprungen» vom Text her kaum Probleme bieten. Da sind nämlich knifflige Auslege-Fragen drin. Wer ist der «Röslein» und wer das «Blümelein»? Maria und Jesus – oder beide Male Jesus? Das ist halt «von Konfession zu Konfession verschieden».

Die Stickerin des Velums (Bild) hat das wohl kaum bewegt. In der Regel waren es Nonnen, die so filigrane Dekors auf Priestergewänder genäht haben. Ihre Arbeit wurde immer wieder von Gebetszeiten unterbrochen. Da haben sie Psalmen gesungen und auf Propheten-Texte gehört. Aber beim Sticken waren ihre Gedanken ja frei. Vielleicht erinnerten sie sich an die die Blumen, die sie vor dem Eintritt ins Kloster von einem Liebhaber noch erhalten hatten? Oder an einen Ausritt auf dem Pferd, das sie zuhause zurücklassen mussten?

Beat Jung
(Foto: Blumen-Stickerei auf Velum, Paramenten-Sakristei der Hofkirche Luzern, Beat Jung)

Öffne meine Augen

Öffne meine Augen

Die Dorfkapelle von Urswil/Hochdorf, wo ich aufgewachsen bin, ist unter anderem der Hl. Ottilia geweiht. Heute ist ihr Gedenktag: 13. Dezember! Am frühen Morgen dieses Tages kam jeweils ein Priester von Hochdorf, um mit der Dorfbevölkerung die heilige Messe zu feiern. Meine Kindheitserinnerungen sind: Es war immer kalt. Die Kapelle hat keine Heizung. Bei jedem Wort sah man den Hauch vor dem Mund. Nach dieser Frühmesse waren wir froh und auch etwas stolz, dass wir Kinder mit den Erwachsenen dabei gewesen waren!

Gemäss der Überlieferung wurde Ottilia 662 auf einem Schloss im Elsass geboren (heute: Mont Sainte-Odile). Sie war von Geburt an blind. Deshalb – und weil die Erstgeburt kein Knabe war – wurde sie vom Vater verstossen. Der Mutter ist es aber gelungen, das Kind einer Amme zu geben. Als das Mädchen im Alter von zwölf Jahren getauft wurde, öffneten sich seine Augen und es bekam den Namen «Odile», fille de lumière – Tochter des Lichts! Ottilia ist die Heilige, die bei Augenleiden angerufen wird. Viele besuchen die St. Ottilien-Kapelle bei Buttisholz, um dort den Augensegen zu empfangen.

Sainte Odile ist die Patronin des Elsass! Der 13. Dezember 720 war ihr Todestag. Alles war bereit, heute das 1300-Jahr-Jubiläum zu eröffnen. Über dem Kirchenportal steht schon lange geschrieben: Ouvre mes yeux – Öffne meine Augen! Doch wegen Corona ist der Wallfahrtsberg bis auf weiteres geschlossen. Ottilia wird uns helfen, mit den «inneren Augen» zu sehen. Das Licht von Weihnachten wird aufstrahlen!

Beat Jung
(Foto: Hl. Ottilia, mit Augen, St. Ottilien-Kapelle Buttisholz, Beat Jung)

Spickzettel

Spickzettel

Erinnern Sie sich? Spickzettel in der Schule? Vielleicht haben Sie ja nie einen geschrieben und mit in den Test genommen. Ich gestehe: ich schon …

Jedoch habe ich ihn nie benutzt: Zum einen hatte ich nie die Nerven, während des Tests den Zettel herauszuziehen und ihn anzuschauen. Andere waren da viel kaltschnäuziger. Zum anderen, und das ist viel interessanter: je mehr Mühe ich mir bei meinem Spickzettel gemacht habe, desto weniger habe ich ihn gebraucht. Nach einem guten Spickzettel hatte ich den Stoff im Kopf. Und trotzdem: zu wissen, dass ich im schlimmsten Fall doch auf den Zettel hätte schauen können, das gab mir Sicherheit. Man könnte auch sagen, das war meine „Lebensversicherung“ – für den Notfall. Dann fühlte ich mich sicher und ging entspannt in den Test.

Vielleicht ist das mit Gott ja auch so: einfach die Gewissheit, dass er da ist, ohne ihn anschauen zu müssen, das kann uns Sicherheit schenken, wie so ein Spickzettel eben. Dann wäre er so eine Art „Lebensversicherung“, in schwierigen Momenten, wo wir nervös oder sogar ängstlich werden und uns zu verlieren drohen.

Das können wir gerade gut gebrauchen – so einen „Spickzettel“ – den wir gar nicht anschauen müssen und der uns trotzdem Sicherheit und Halt gibt.

Johannes Frank
(Foto: Santeri Viinamäki)

Wunder

Wunder

Heute feiern wir den 2. Advent und gleichzeitig ist heute der Samichlaus. Kinder werden schon vorweihnachtlich beschenkt, manchmal auch die Erwachsenen. Mancherorts ist es Tradition die geputzten Schuhe vor die Tür zu stellen, damit man sie am Morgen gefüllt wieder herein holen kann. Natürlich sind sie vom Samichlaus gefüllt worden.

Wie durch ein Wunder putzen Kinder plötzlich bereitwillig ihre Schuhe. Wie durch ein Wunder, sind am nächsten Morgen Leckereien im Schuh. Wie durch ein Wunder hat in der Nacht niemand den Nikolaus gesehen, wie er von Haus zu Haus gezogen ist.

Gerne lassen wir uns auf dieses Wunder ein und viele Eltern tun alles dafür, dass ihre Kinder so lange wie möglich an diesen wunderbaren Samichlaus glauben.

Dieses Jahr besucht der Samichlaus vielerorts nicht die Familien zu Hause. Aber jeder, der mal in die Augen von Kindern geschaut hat, als das Wunder „Samichlaus“ mit seinem Team in der Tür stand, der weiss, was Wunder bewirken können: Freude, Verwunderung, offener Mund und grosse Augen, da vergisst man schon mal das auswendig gelernte Gedicht für den Besuch.

Wir laufen auf ein noch viel grösseres Wunder zu: die Menschwerdung Gottes in Jesus, wo Gott uns allen ganz nah kommt. Wo er zu uns nach Hause kommt. Wo wir eigentlich nur grosse Augen machen können, der Mund offensteht und wir vergessen dürfen, was wir sagen wollten … tun wir alles dafür, dass wir uns dieses Wunder im Herzen wach halten.

Johannes Frank
(Foto: pixabay.com, Hans Braxmeier)

 

Glück gehabt

Glück gehabt

Lucky ist der «Therapiehund» in unserer Pfarrei. Sein Name heisst übersetzt «glücklich» – und glücklich ist dieser kleine Hund allemal. Und was vor allem schön ist: Lucky macht auch die Menschen glücklich. Wenn man ins Pfarreisekretariat von Root kommt, wird man nicht selten voll Begeisterung und einem kräftigen Wedeln empfangen. Und wenn wir mal eine schwierige Sitzung hatten, dann gibt es nichts Besseres, als das weiche Fell dieses herzigen Hunds zu streicheln.

Lucky hat eine einfache Sprache: er bellt, wenn er Freude hat, er rollt sich auf dem Boden, wenn er Zuneigung sucht, und er knurrt, wenn er sich etwas vernachlässigt fühlt und gestreichelt werden will. Kürzlich war Daniela bei uns auf Besuch. Als Lucky vor ihr knurrte, erklärten wir, dass dies nicht ein Ausdruck von Angst oder Bedrohung war, sondern er damit sagen wollte, dass er gestreichelt werden möchte. Da bückte sich Daniela, streichelte Lucky und meinte: «Vielleicht sollten wir auch Menschen, die knurren, mehr streicheln.»

Dieser Satz geht mir nach. Oft gehen wir knurrenden Menschen aus dem Weg oder geben ihnen auf die gleiche Art zurück. Wir empfinden sie als feindselig und abweisend. Aber was ist, wenn das Knurren nur ein Ausdruck dafür ist, dass sie sich vernachlässigt und ungeliebt erfahren? Der Advent lädt uns vielleicht nicht nur ein, Kerzen anzuzünden, Lieder zu singen und Guetsli zu backen, sondern da und dort etwas Gutes zu tun. Das könnte heissen, einem knurrenden Menschen ein paar Streicheleinheiten zu geben. Und hoffentlich sagen danach beide Seiten: Glück gehabt!

Lukas Briellmann
(Foto: Lucky, Lukas Briellmann)

Weggehen oder Ankommen?

Weggehen oder Ankommen?

Letzte Woche traf ich Marco im Fitness. Er sagte mir, dass er in ein paar Tagen nach Mexico zum Tauchen fahren würde. Mexico, ein Land mit alter Geschichte und traumhaften Stränden; und eben auch ein Taucherparadies. Unter Wasser bist Du auch sicher vor dem Coronavirus, dachte ich mir.

Besonders auf den Winter hin wirbt die Reisebranche jedes Jahr mit Bildern von Sonne, Meer und Strand. Nur weg aus den kalten und dunklen Tagen und hinein ins Licht und in die Wärme. In diesem Jahr kommt zu dieser Sehnsucht vielleicht auch noch der Wunsch, diesem schwierigen Corona-Alltag zu entfliehen und weit weit wegzureisen. Mag sein, dass eine Mexicoreise dabei hilft.

Wir feiern an diesem Wochenende den ersten Advent. Advent kommt aus dem Lateinischen und heisst «ankommen». Ankommen und weggehen – das sind zwei ganz gegenteilige Bewegungen. Ich verstehe den Wunsch, den Schwierigkeiten zu entfliehen und «unterzutauchen» sehr gut. Wir alle begegnen dieser Sehnsucht da und dort in unserem Leben, und manchmal kann eine solche Auszeit auch Wunder wirken. Aber der Alltag spielt sich hier ab, und es ist den wenigsten Menschen möglich, dem zu entkommen. Es hat etwas Tröstliches, dass der Advent uns sagt, dass wir nicht weggehen müssen, um Sinn und Erfüllung zu finden. Gottes heilendes Wirken kommt zu mir, aber es kann nur ankommen, wenn wir uns dem Hier und Jetzt stellen. Das braucht vielleicht da und dort ein wenig Vorbereitung, aber dafür ist der Advent ja da.

Lukas Briellmann
(Foto: Land der Sehnsüchte – Pazifikküste in Costa Rica, Lukas Briellmann)

Gottesdienste mit Schutzkonzept und Maskenpflicht

Gottesdienste mit Schutzkonzept und Maskenpflicht

Bitte beachten Sie:

  • Seit 9. Dezember darf in Gottesdiensten (wie auch bei anderen Anlässen) gemäss Entscheid des BAG nicht mehr gesungen werden.
  • In all unseren Räumen gilt Maskenpflicht.
  • Gottesdienste dürfen mit maximal 50 Personen stattfinden.
  • Für einzelne Gottesdienste (aktuell gilt dies für Wochenendgottesdienste in Ebikon) sind wegen der begrenzten Platzzahl Anmeldungen notwendig. Anmelden können Sie sich → hier.
  • Andere Veranstaltungen sind verboten und es gibt keine Ansammlungen von mehr als 5 Personen im privaten oder öffentlichen Raum.
  • Die Maskenpflicht gilt auch im Freien, wo viele Menschen aufeinandertreffen und Abstände nicht eingehalten werden können.

 

 


Gezielte Massnahmen helfen, das Risiko einer Übertragung des Corona-Virus zu minimieren. Diese Massnahmen haben wir in unserem Schutzkonzept zusammengefasst. Dieses basiert auf den Vorgaben des BAG (Bundesamt für Gesundheit) und der Schweizer Bischofskonferenz.

Das detaillierte Schutzkonzept unseres Pastoralraums können Sie hier herunterladen:

Kleiderraum für Menschen mit KulturLegi im Rontal

Kleiderraum für Menschen mit KulturLegi im Rontal

Seit Oktober 2020 gibt es im Pfarreiheim Ebikon den Kleiderraum für armutsbetroffene Menschen im Rontal.

Die ökumenische Fachstelle Diakonie Rontal ist eine diakonische Organisation der katholischen Kirchen Buchrain-Perlen, Ebikon und Root sowie der evangelischen Teilkirchgemeinden Buchrain-Root und Ebikon. Die Fachstelle setzt die «Kirche, die das soziale Handeln lernt und lehrt» um – neu mit einem Kleiderraum für armutsbetroffene Menschen im Rontal, die oft nicht über genügend Mittel verfügen, dringend benötigte Kleider für sich und vor allem auch für die Kinder zu beschaffen.

Im Kleiderraum können nicht mehr benötigte Kleider und Haushaltswäsche (Küchentücher, Frottee- und Bettwäsche) in einwandfreiem und sauberem Zustand abgegeben werden. Ausschliesslich Armutsbetroffene aus dem Rontal können an bestimmten Tagen nach Voranmeldung, unter Vorweisung der Kulturlegi und nach Bezahlung einer Pauschalabgabe von 15 Franken diese Secondhand-Sachen erhalten. Freiwillige Helferinnen und Helfer beaufsichtigen nicht nur die Herausgabe, sie sorgen auch dafür, dass die erhaltenen Sachen ordentlich bereitgestellt werden.

Terminvereinbarung/(Kleider-)spenden

Kontakt für Kleiderspenden und Abholtermine:
uta.siebel@kirchenrontal.ch
041 440 13 04, 077 503 13 42

Finanzielle Spenden für Menschen in Not sind willkommen mit dem Vermerk «Diakonie»:
Kirchgemeindeverband Rontal, Ebikon,
Konto 60-41-2, CH09 0077 8204 6102 2200 2.

→ Hier können Sie den aktuellen Flyer herunterladen.

→ Hier finden Sie die Daten, an denen der Kleiderraum geöffnet ist.

Pfarreiblatt Dezember

Pfarreiblatt Dezember

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Leitartikel: (K)ein Platz in der Herberge

Wer kennt sie nicht – die Krippenspiele. Die Rollenzuteilung ist nicht leicht, denn die Buben wollen den Josef spielen und die Mädchen natürlich die Rolle der Maria übernehmen. Ochs und Esel, die Hirten und die Engel müssen aber auch besetzt werden und natürlich der Wirt, der mit polternder Stimme das Paar abweist mit den Worten: «Hier hat es keinen Platz mehr für euch – die Herberge ist voll».

Das vermasselte Krippenspiel
Nun war da also Walter. Eigentlich wollte er den Schäfer mit der Flöte sein. Aber Frau Schmitt hatte ihm eine andere wichtige Rolle zugedacht. Es kam der Moment, wo Josef auftrat und mit Maria an die Tür der Herberge klopfte. Walter stand hinter der Tür und fragte barsch: «Was wollt ihr?» Und wir kennen die Antwort von Josef und Walter sprach mit kräftiger Stimme: «Die Herberge ist voll». Josef erklärt ihm die Situation, dass sie schon überall vergeblich gefragt haben und sie von weither kommen. Walter blickte wieder streng. Doch Josef liess nicht locker: «Das hier ist meine Frau Maria. Sie ist schwanger und braucht einen Platz zum Ausruhen. Ihr habt doch sicher ein Eckchen für sie. Sie ist müde …». Da entstand eine lange Pause, so dass es für die Zuhörenden ein bisschen peinlich wurde. Der Souffleur flüsterte: «Nein! Schert euch fort!» Und nun – der Wirt ging nicht mehr zurück in die Herberge. Er sah dem Paar nach, das eben den Weg fortsetzen wollte. Walter blieb stehen, die Stirne sorgenvoll gefurcht. Und plötzlich wurde dieses Krippenspiel anders als alle bisherigen. «Bleib hier, Josef!» rief Walter. «Bring Maria wieder her!». Sein Gesicht verzog sich zu einem breiten Lächeln. «Ihr könnt mein Zimmer haben!». Manche Leute meinten, Walter habe das Spiel vermasselt und verdorben. Aber viele hielten es für das weihnachtlichste aller Krippenspiele, die sie je gesehen hatten.

Einen Platz bekommen oder haben
Das Kind in der Krippe, dann erwachsen geworden, wird Menschen einen Platz geben oder sie vom Rand in die Mitte zurückholen. Wer Menschen einen Platz gibt, sie in die Mitte zurückholt, wie der Rabbi aus Nazareth, bei dem wird Gottes Gerechtigkeit spürbar und erfahrbar. Diese Menschen verkörpern die Barmherzigkeit Gottes. «Barmherzigkeit verweist auf die mütterliche Dimension Gottes: Das hebräische Wort für «Barmherzigkeit» (rachamim) ist der Plural von «Gebärmutter» (rechem), deren Wortwurzel «Wärme» bedeutet (cham). Wenn ein Mensch einen Platz hat im Herzen eines Menschen, dann wird ihm warm ums Herz.

Das wäre auch ein Weihnachtsgeschenk – Menschen einen Platz geben, so dass es ihnen warm ums Herz wird. Warmherzige und frohe Festtage.

Regina Osterwalder
(Foto: pixabay.com)

 

Pfarreiblatt November

Pfarreiblatt November

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2+2=4

2+2=4 … Das ist richtig, aber ist es deswegen auch wahr? Ist es nicht wahr, dass sich ein Team von vier Leuten, zusammengesetzt aus jeweils zwei Leuten unterschiedlicher Gruppen, gut harmonierend zusammenarbeitend, sich nach mehr als nur vier Leuten anfühlt? Der «gute Geist», der als fünfte Kraft mitwirkt? Dann wäre es richtig, dass 2+2=4 ist, gleichzeitig aber wäre 5 auch wahr.

Richtig und wahr wird häufig in der gleichen Art und Weise benutzt, obwohl die Wörter unterschiedliche Bedeutungen haben. In der Logik wird der Wahrheitsgehalt einer Aussage mit «wahr» und «falsch» bezeichnet. Und als in der Aufklärung schliesslich der Verstand und das rationale Denken über alles gestellt wurden, sind «wahr» und «richtig» endgültig gleichgesetzt worden und «falsch» als das Gegenteil.

Richtig ist jedoch etwas, das wissenschaftlich, mathematisch oder eben logisch eindeutig ist. Man könnte einfach sagen: beweisbar. Bei «wahr» kommt ein Beziehungsaspekt dazu: wie stehe ich zu der Aussage? Ist die Sache für mich wahr? Was bedeutet es mir?

Jesu Geburt zu Bethlehem
Weihnachten rast auf uns zu. Ist es richtig, dass Jesus in Bethlehem auf die Welt kam, unterwegs mit seinen Eltern? Ist es richtig, dass er, der Erlöser der Menschheit, in einem Stall in armseligen Verhältnissen geboren wurde und die ersten «Gratulanten» Hirten von der Weide waren? Ist es richtig, dass ein Stern drei Weise (oder drei Könige?) zu dem Stall gelotst hat?
Für mich ist es wahr. Ob es richtig ist, weiss ich nicht. Aber für mich macht es Sinn, dass Jesus nicht in einem Palast geboren wurde, dass nicht viele Könige und Herrscher von überall herkamen, um ihm wie einem Kaiser zu huldigen. Ich fühle mich diesem Jesus viel näher, seinen Eltern, die danach flüchten mussten. Zu diesem Jesus kann ich von Geburt an eine Beziehung aufbauen und diese an Weihnachten feiern, in dem ich mich mit den Hirten identifiziere, die dem Wunder der Geburt eines hilfebedürftigen Babys beiwohnen, der schliesslich für mich da sein wird und sein Leben am Kreuz geben wird.

Pastoralraum Rontal
Es ist richtig, dass vor vier Jahren im November durch Zusammenschluss der Pfarreien Buchrain-Perlen, Ebikon und Root der Pastoralraum Rontal gegründet wurde. Ist es deswegen wirklich schon für alle wahr? Es wird noch Zeit brauchen, bis die Menschen in den Pfarreien, im Pastoralraum, eine Beziehung zu diesem Verbund aufgebaut haben. So lange ist es noch nicht wahr, aber richtig. Aber es ist wichtig, dass wir uns dieser Beziehungsarbeit immer wieder stellen, damit es in uns wahr werden kann und Früchte bringen kann. Genauso wie Jesu Geburt.

Johannes Frank

(Bild: Tiramisu, pixabay.com)

Pfarreiblatt Oktober

Pfarreiblatt Oktober

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Jetzt ist die Zeit, Farben zu sammeln!

Im Kinderbuch «Frederick» von Leo Lionni sammeln die Mäuse eifrig Essens-Vorräte für den Winter. Nur Frederick schert aus: Er sammelt Sonnenstrahlen, Farben und Wörter. Wie recht er hatte, zeigte sich gegen Ende des Winters. Jetzt ist es Oktober: Zeit, Farben zu sammeln! Langsam geht das Jahr 2020 dem Winter zu. Es ist Erntezeit. «Herr, es ist Zeit» schreibt Rilke in seinem Herbstgedicht. «Befiehl den letzten Früchten, voll zu sein; gib ihnen noch zwei südlichere Tage, dränge sie zur Vollendung hin, und jage die letzte Süsse in den schweren Wein.»

Farben zum Leuchten bringen
Wie die Natur im Herbst noch einmal ihre ganze Farbenpracht entfaltet, so hat der Glaskünstler André Bréchet (1921–1993) Farben in die moderne Saint-Nicolas de Flue-Kapelle im Weiler Mormont bei Courchavon, zwischen Pruntrut und Bure in der Ajoie, gebracht. Weil keine grossen Mittel vorhanden waren, wurde diese Kapelle auf Initiative von Abbé Bitschy 1976 von Maurergesellen aus Europa gebaut, ohne Architekt und ohne Bauunternehmung. Um keine statischen Probleme zu schaffen, hat sich der Künstler für Dutzende von kleinsten Fenstern mit bunten Glasbausteinen in den Betonwänden entschieden. Entstanden ist ein Bijou, das man so abgelegen auf dem Land nicht erwarten würde!

Leben ist bunt
Der Herbst mit seinen Farben macht uns bewusst, wie vielfältig das Leben ist. Wenn wir jetzt Farben sammeln, haben wir Nahrung für die Seele, wenn der Nebel kommt und die Farben verblassen.

Beat Jung, leitender Priester im Pastoralraum Rontal

Pfarreiblatt September

Pfarreiblatt September

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Mit Poesie ins Paradies

«Praxis bedeutet: den Ort, an dem du jetzt stehst, zum Paradies zu machen, das Himmelreich unter deinen Füssen zu entdecken». Dieser Satz stammt von dem Zen-Meister Kodo Sawaki (1880–1965). Und wie machen wir das? Jede und jeder auf ihre/seine Art und Weise. Wir entdecken Dinge oder machen Erfahrungen. Eine entdeckt die Musik, ein anderer die Natur und manche die Poesie. Andere fühlen sich beim Waldlauf oder auf einer Bergtour dem Paradies etwas näher. Während der Corona-Zeit entdeckte ich über facebook das Video «Aus dem Homeoffice eines Schauspielers». Da rezitierten bekannte Schauspielerinnen und Schauspieler das Hohelied der Liebe aus dem ersten Korintherbrief (1. Kor 13,1–13). Im Hintergrund ertönte Klaviermusik von Johann Sebastian Bach. Ich habe diesen biblischen Text noch nie so wunderbar rezitiert gehört. Dieser Beitrag hat mich tief berührt. In diesem Moment atmete ich einen Hauch Paradiesluft.

Literatur als Partnerin
Was oder wer Ihnen, werte Lesende, ab und zu ein wenig Paradiesluft herzaubert oder Sie das für sich oder für andere tun – das macht den Alltag erträglicher, erfrischend, interessant, abwechslungsreich, stimmungsvoll und vieles mehr. Neben der Musik kann auch die Poesie den Alltag durchaus bereichern. Und dann gibt es auch immer wieder Theologinnen und Theologen, die überzeugt davon sind, dass Predigende von der Literatur lernen können. Das war nicht immer so. Es gab in der Geschichte eine Zeit, da war man in der Kirche überzeugt davon, dass die Literatur für den Glauben nachteilig oder sogar schädlich sei. Im Zweiten Vatikanischen Konzil aber wurde festgehalten, dass die Literatur und die Kunst von grosser Bedeutung sind. Literatur wird «als Partnerin im Suchen nach dem Glücken des Menschen gewürdigt» – so der Theologe Erich Garhammer, dessen Forschungsschwerpunkt dem Gespräch und der Auseinandersetzung mit der modernen Literatur galt.

Ab und zu ein wenig Paradiesluft
Von Horst Bienek, Schriftsteller, (1930–1980) gibt es folgenden Text:

Wörter
meine
Fallschirme
mit euch
springe
ich
ab
Ich fürchte nicht die Tiefe
wer euch richtig
öffnet
schwebt

Horst Bienek, Gleiwitzer Kindheit. Gedichte aus zwanzig Jahren, 1976 Carl Hanser Verlag, München

Beim Lesen von Gedichten oder Romanen kann es sein, dass die Lesenden eigene Erfahrungen, Krisen oder positive Erlebnisse an dem Gelesenen gedeutet und ausgedrückt finden. Das Gelesene lässt mich Welten entdecken, mit denen ich vielleicht nie in Kontakt gekommen wäre oder denen ich sonst aus dem Weg gehen würde. Und manchmal provoziert Literatur zu neuem Denken und «löst Schwarz-Weiss-Töne auf», so Garhammer. Und dann wird einem Tiefe zuteil, von der man vorher kaum eine Ahnung hatte.
Lassen wir uns manchmal doch mit Wörtern der Dichterinnen und Dichter fallen und fallen dann ein wenig ins Paradies. Viel Vergnügen dabei.

Regina Osterwalder, Gemeindeleiterin Pfarrei Ebikon/Pastoralraumleiterin

Pfarreiblatt August

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Grenzüberschreitung als Chance

Ich bin im Dreiländereck in Basel aufgewachsen. Seit meiner Kindheit gehörten Grenzen immer zu meiner Umgebung. Schon in den Sechzigerjahren war es ohne weiteres und ohne Bürokratie möglich, die Landesgrenzen auf einem Sonntagsspaziergang oder einer Velotour zu überschreiten. Die Grenzen hatten für mich nie etwas Einschränkendes, sondern waren immer viel mehr eine Erweiterung meines Horizontes und die Chance, etwas Neues zu entdecken. Leider ist dies nicht überall auf der Welt so.

Uneingeschränkte Reiselust
Heutzutage wird mehr gereist als je zuvor. Besonders die beiden Monate Juli und August sind Zeiten des Reisefiebers. Ganz Europa macht sich auf den Weg von Nord nach Süd, Ost nach West, von den Ufern der Meere in die Berge und umgekehrt. Grenzen gibt es keine mehr; wenigstens werden sie nicht als Hindernisse angesehen. Höchstens das Budget grenzt unsere Reiselust ein.

Grenzen als Schutz
Im scharfen Kontrast zu dieser grenzenlosen Freiheit haben wir in der ersten Hälfte dieses Jahres das Begrenztwerden in allen Lebensbereichen erfahren. Die Landesgrenzen wurden in ganz Europa geschlossen, dazu Schulen, Restaurants, Bars, Geschäfte und vieles mehr. Gottesdienste waren nicht mehr möglich. Die persönliche Freiheit wurde eingegrenzt. «Zuhausebleiben» war das Motto. Nicht Distanzen zurücklegen war angesagt, sondern Distanz wahren wurde zur Regel. Und auf einmal war Mitten im Jahr eine Ruhe da, die man sonst nur von den Sommerferien kennt. Die Strassen waren fast menschenleer und es gab sogar keine Staus mehr. Das kleine Virus, das keine Grenzen kannte, zeigte uns unsere Grenzen auf.
Seitdem ist uns vieles wieder bewusster: Reisen ist ein Privileg, Gesundheit ein Geschenk, Freiheit keine Selbstverständlichkeit, Solidarität nicht nur ein Wort, ein stabiles politisches System unbezahlbar. Ganz gemäss dem Sprichwort «Weshalb denn in die Ferne schweifen, wenn doch das Gute liegt so nah?» entdeckte die Schweiz wieder die nähere Umgebung und ihre eigene Schönheit.

Mut zur Horizonterweiterung
Mit diesen sehr entgegengesetzten Erfahrungen im Hintergrund lässt sich neu fragen, was Grenzen für uns bedeuten: Einschränkung oder Schutz, Einschluss oder Ausschluss, Abgrenzung oder Horizonterweiterung? In der Bibel finden sich verschiedene Beispiele für den Umgang mit Grenzen. Es gibt Ausgrenzung von Kranken und solchen, die nicht konform mit den Gesetzen waren. Da finden sich Fälle von Diskriminierung von Frauen, Fremden und Menschen anderer Hautfarbe und Kultur. Und natürlich wird auch von Kriegen gegen die Bedrohung von aussen berichtet. Doch die Grundbotschaft der Bibel und vor allem auch das Wirken Jesu zielt darauf hin, Grenzen zu überwinden, Verständnis zu schaffen und Gemeinschaft zu fördern. Gerade die Ausgegrenzten haben dies wohltuend und heilsam erfahren. Und letztlich weist sein Weg auch über die letzte Grenze unseres Daseins hinaus, den Tod.

Der Glaube macht frei und eröffnet neue Horizonte. Dies ist die Grundbotschaft Jesu und der Bibel. Wenn wir als glaubende Menschen unser Leben und Reisen, unser gesellschaftliches Zusammenleben und auch unsere Kirche als eine ständige Grenzüberschreitung im Sinne einer Horizonterweiterung verstehen, dann eröffnen sich unbekannte Welten und neues Leben wird möglich. Nutzen wir nicht nur die Sommerferien dafür.

Lukas Briellmann

Pfarreiblatt Juli

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Ferienzeit – Entdeckungszeit

Die Frühlingsferien fielen buchstäblich ins Wasser. Das sonnige Wetter hat hier vieles wettgemacht. Das Wiedersehen mit meiner Cousine in Holland musste ich in den Kamin schreiben. Gut – man kann ja auch per Skype in Kontakt treten. Und nun stehen die Sommerferien vor der Tür. Jetzt, beim Schreiben dieses Artikels, ist noch vieles unsicher, was das Reisen im Sommer betrifft.
Viele von uns nutzen die Ferienzeit – vor allem im Sommer – um zu reisen, andere Länder kennenzulernen oder ans Meer zu fahren, um sich von der Sonne wärmen zu lassen und im kühlen Nass zu schwimmen. Kinder werden Sandburgen bauen und zuschauen, wie sie von den Wellen wieder aufgelöst werden.
Doch Ferienzeit heisst ja nicht nur reisen. Es gibt Menschen, die können nicht mehr weg oder können sich Ferien weder in der Schweiz noch im Ausland leisten. Und dieses Jahr werden es vermutlich noch mehr Menschen sein. Sie kommt und ist dann da – eben diese Ferienzeit.

Zur Ruhe kommen
Menschen, die zwischen Beruf, Familie und Privatleben eingespannt sind, haben unzählige Termine. Wir holen schnell ein Glas Wasser, kochen schnell das Mittagessen, gehen schnell noch einkaufen, schauen schnell die Hausaufgaben an, holen schnell die Post aus dem Briefkasten, gehen rasch in den Keller.
Und dann ist sie da – die Ferienzeit. Als erstes kommt das zur Ruhe kommen. «Abefahre» sagen wir dann auch. So einfach gelingt dieser Übergang von rasch zu herunterfahren nicht. Dazu brauchen die einen ein paar Stunden, andere einen Tag bis mehrere Tage. Manchen gelingt es kaum oder gar nicht. Sie brauchen das Tempo auch in den Ferien.

Die Seele baumeln lassen
Warum sich nicht mal auf das Herunterfahren konzentrieren und diese Momente des zur Ruhe Kommens auskosten und in der kommenden Ferienzeit bewusst angehen? Es könnte ja sein, dass wir Dinge entdecken, die wir sonst kaum bemerken oder geniessen können. Die Stille zum Beispiel, das Herumhüpfen der Spatzen, das Zirpen der Grillen, das Rascheln der Blätter im Wind, das Bellen eines Hundes, den eigenen Atem, spielende Kinder.

Ich wünsche Ihnen eine erholsame Ferienzeit.

Regina Osterwalder

 

 

Pfarreiblatt Juni

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Findet es statt oder nicht?

«Findet es statt oder nicht?» – eine Frage, die kirchliche Gruppierungen wie Blauring und Jungwacht seit Anfang März stets begleitete. Diese ungewisse Zeit fordert auch von jungen Menschen viel Flexibilität und Geduld.

Schon lange ist klar, dass im Juli 2020 ein grosses Highlight für die Scharen im Kanton Luzern stattfinden wird – das Kantonslager (kurz: KALA 2020). Ein Lager mit 59 Jungwacht- und Blauringscharen aus dem Kanton Luzern, welche in Rotkreuz gemeinsam ein Zeltlager durchführen. Ein Vorhaben, welches ungefähr zwei Jahre Vorlaufzeit benötigt und für das schon viele ehrenamtliche Stunden investiert wurden. Die Vorfreude ist gross und es ist schon viel Kreativität in die mögliche Lagerplatzgestaltung investiert worden. Erste Materialbestellungen sind erledigt und auch die Feinplanung des Programms läuft auf Hochtouren. Dann plötzlich ist er da – der Stillstand. Ein Virus löst einen abrupten «Stopp» bei der ganzen Vorbereitung aus und ab diesem Punkt herrscht grosse Unsicherheit. Kann das Lager durchgeführt werden oder nicht?

Abgesagt …
Woche für Woche vergeht. Gespannt werden die Medienkonferenzen des Bundesrats, aber auch die Weisungen von JuBla Schweiz erwartet. Immer dabei ist die «Hoffnung». Die Hoffnung, dass das Lager stattfinden wird.
Dann der definitive Entscheid: Das Kantonslager wird auf den Sommer 2021 verschoben.

… aber die Hoffnung bleibt …
Auf einmal ist nichts mehr so wie vorher. Ungewissheit herrscht. Ein Sommer ohne Zeltlager? Unvorstellbar. Trotz grosser Ungewissheit ist da aber immer noch die «Hoffnung», welche die Scharen motiviert. Denn JuBla-Schweiz empfiehlt, ein normales Sommerlager zu planen. Ein sportliches Vorhaben, da nur noch wenige Wochen für die gesamte Vorbereitung (Lagerplatzsuche, Programm erstellen und vieles mehr) bleiben. Und trotz ungewisser Planung ist eine grosse Motivation und Zuversicht zu spüren. Die Leiterinnen und Leiter sind voll in der «neuen» Planung und ich wünsche ihnen von Herzen ein Happyend dieser aussergewöhnlichen Zeit.

Nicole Oppliger-Burri, Jugendarbeiterin RPI/Präses Jungwacht Ebikon