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Schöpfen Sie neue Kraft im Garten der Hoffnung. Foto: pixabay.com

Besuch im Garten der Hoffnung

Ich lade Sie, werte Lesende, ein zu einer Phantasiereise. Wir gehen zusammen in einen Garten. Lassen Sie sich überraschen.

 

Wir treten ein. Doch zuerst müssen wir das Gartentor öffnen. Es quietscht ein wenig, der Gärtner müsste es wieder einmal ölen. Wir treten also in diesen Garten ein. Es ist ein grosser Garten mit vielen Bäumen. Alles im Garten sieht sehr gepflegt aus. Das muss ein guter Gärtner sein, denken wir. Dann gehen wir weiter und entdecken ein Felsengrab. Das ist nichts Besonderes. Das kennen wir. Wir wissen, dass es tatsächlich Gräber in der Nähe eines Gartens gab und dass man Tote sogar im eigenen Garten begraben hat. Wir setzen uns auf eine Bank, denn vor dem Grab steht eine Frau. Sie weint. Wir wollen sie nicht stören. Sie muss erst vor kurzem einen geliebten Menschen verloren haben.

 

Die Schritte des Gärtners
Dann hören wir Schritte. Ah – der Gärtner. Er geht an uns vorbei, nickt uns kurz zu und geht zur weinenden Frau. «Ah, der Gärtner kennt sie», denken wir. Und wir hören, wie sie miteinander sprechen, verstehen aber die Worte nicht. Sie kommen von weit her – von sehr weit her. Dann hören wir doch etwas – einen Namen. Ah, die Frau heisst Maria. Der Gärtner kennt sogar ihren Namen. Sie vertraut ihm, dem Gärtner, sie spricht immer noch mit ihm. Dann plötzlich dreht sie sich vom Grab weg. Und dann geht sie mit raschem Schritt weg, geht an uns vorbei – sie beachtet uns nicht. Auf ihrem Gesicht ein Staunen und ein scheues Lächeln. Sie weint nicht mehr. Auch der Gärtner ist fort.

Und dann finden wir uns wieder auf der Bank und es ist, als würden wir aufwachen und wir merken: Wir waren für kurze Zeit fort, weit fort, sehr weit fort – im Garten der Hoffnung.

 

Hüter und Hüterin des Lebens
Vielleicht gehen Sie wieder einmal in den Garten der Hoffnung, wenn Sie traurig oder müde sind. Dabei entdecken Sie, dass der Gärtner immer schon der Hüter Ihres Lebens war. Und Sie haben jetzt den Mut, viel Mut und Energie auch, selbst Hüter oder Hüterin des Lebens zu sein.
Und Sie spüren, dass Tödliches in jenen Momenten überwunden wird, in denen Menschen das Leben wählen – für das Leben einstehen.

 

Wir sind auf der Suche
nach der Kraft,
die uns aus den Häusern,
aus den zu engen Schuhen
und aus den Gräbern treibt.
Luzia Sutter Rehmann

 

Im Garten der Hoffnung werden wir diese Kraft suchen und auch entdecken. Ein hoffnungsvolles Osterfest wünsche ich Ihnen.

 

 

Regina Osterwalder,
Pastoralraumleiterin